Von Brighton ans Ruhr-Kolleg

Matthew York arbeitet seit August 2012 als Sprachassistent am Ruhr-Kolleg in Essen-Bergerhausen und ist damit eine Bereicherung für den Englischunterricht. Doch nicht nur die Studierenden und Unterrichtenden am Kolleg profitieren von Matthews täglichem Einsatz.Die Arbeit am Ruhr-Kolleg hat mich sowohl in meiner persönlichen als auch in meiner beruflichen Entwicklung enorm vorangebracht, so sagt er. Bevor ich nach Essen kam, war ich mir nicht sicher, ob ich überhaupt jemals als Lehrer arbeiten wollen wü, berichtet der 21-jährige Student aus Brighton in Südengland weiter. Sein Studium an der University of Nottingham, an der er fleißig Deutsch und Niederländisch lernt, erfordert ein Auslandsjahr in einem der beiden Länder, deren Sprachen er studiert. In das Formular des British Council, einer Partnerorganisation des Pädagogischen Austauschdienstes, trug er damals als Wunsch den Einsatz in der Erwachsenenbildung ein. Und einen zweiten Wunsch hatte er: Ich wollte unbedingt ins Ruhrgebiet. Dort, so hatte ich gehört, gebe es so viele tolle Städte auf einem Fleck. Viel mehr wusste ich nicht, außer, dass in Deutschland alles funktioniert, die Züge pünktlich fahren, die Autos schön und die Menschen umweltbewusst sind. Der Pädagogische Austauschdienst entsprach Matthews Wunsch und wies ihn dem Ruhr-Kolleg zu. Dort unterstützt er seit Beginn des letzten Wintersemesters die Kolleginnen und Kollegen in ihrer täglichen Arbeit und bietet außerdem den Cambridge"-Kurs an, welcher den Studierenden die Möglichkeit bietet, ein international anerkanntes Sprachzertifikat zu erwerben. Im Unterricht spricht er mit den Studierenden über Traditionen und Bräuche in seiner Heimat, aber auch kritischen Themen wie Diskussionen über nationale Stereotypen weicht er nicht aus. Was ich am Ruhr-Kolleg besonders schätze ist der erwachsenengemäße Umgang mit den Studierenden. Man hat das Gefühl, dass hier jeder ernstgenommen wird. So werden viele spannende Diskussionen überhaupt erst möglich. Auf die Frage, was ihm aus seiner Zeit in Essen und am Kolleg besonders in Erinnerung bleiben wird, antwortet Matt: "Am meisten werde ich mich an die Studierenden erinnern. Ich finde es toll, dass es eine Einrichtung wie das Ruhr-Kolleg gibt, die jungen Menschen die Möglichkeit bietet, ihren Schulabschluss nachzuholen. In England gibt es etwas Vergleichbares nicht, schon gar nicht mit finanzieller Unterstützung. Außerdem werde ich natürlich die gute Stimmung hier in der Schule vermissen und all die Menschen, die mich unterstützt haben. Insgesamt sind meine Erwartungen übertroffen worden - nur die Züge, die fahren in Deutschland überhaupt nicht pünktlich!